New York Reise

„Dieses Jahr fliegen wir wieder nach New York!“. Dieser Satz ist der Traum aller unserer gut 80 Mitglieder. Doch bevor er wirklich in Erfüllung ging, war noch jede Menge zu tun. Ein ganzes Schuljahr musste die Reise in Zusammenarbeit mit einem Reisebüro geplant und die Gepäckbestimmungen der Lufthansa aufs genaueste durchforstet werden, um auch wirklich alle Instrumente möglichst zusatzkostenarm transportieren zu können. Am wichtigsten waren jedoch die Marschproben, die stattfanden, sobald es das Wetter im Juni zuließ. Schließlich sollte beim eigentlichen Anlass der Reise, der Steubenparade in New York, auch alles glatt laufen. Dazu wurden auch mal bereitwillig Ferientage teilweise geopfert.
Am 10. September war es dann so weit. Mit ca. 100 Leuten machten wir uns per S-Bahn auf den Weg zum Münchner Flughafen. Dort angekommen legten wir erst einmal den Schalter für das Sperrgepäck für die nächste halbe Stunde lahm, um alle großen Instrumente ordentlich einzuchecken. Endlich an der Sicherheitskontrolle angekommen, wurde man ob der mehr oder weniger kleinen Instrumente im Handgepäck und der interessanten Gruppenzusammenstellung („so viele junge Leute?“) doch auch etwas komisch von der Seite angeschaut. Aber sowohl das, als auch die Passkontrolle am New Yorker Flughafen JFK konnten wir ohne größere Probleme hinter uns bringen. So ging es am späten Nachmittag erst einmal in unser Hotel, um alle Koffer abzustellen, bevor die erste Erkundung der Stadt in Form eines Spazierganges zum nahe gelegenen Times Square stattfand. Schon dort fiel auf, dass diese Stadt wahrlich niemals schläft, sondern zu jeder Tages- und Nachtzeit Leute auf den hell erleuchteten Straßen unterwegs sind. Ein Eindruck, der sich auch anhand der Sirenen in den kommenden Nächten bestätigen sollte.
Der folgende Tag war natürlich ein ganz besonderer Tag: der 11. September. Das beeinträchtigte in Form von Straßensperren auch die informative Stadtrundfahrt am Vormittag. Die Worte unseres Guides bei der abendlichen Harbour Light Cruise Tour („This tour isn´t just like every evening”) sollten sich nicht zuletzt dann bestätigen, als wir die berühmten Lichtsäulen als Symbol für die beiden Twin Towers sehen durften. Diesen berührenden Moment werden wir sicherlich nicht so schnell vergessen und er stellte auf jeden Fall die hell beleuchtete Statue of Liberty in den Schatten.
Eigentlich hätten die Eindrücke der ersten Tage schon für eine ganze Woche gereicht, aber unser Programm sah noch viele weitere Höhepunkte vor. Das Medley „The Phantom of the Opera“ war schon immer eines unserer Lieblingsstücke, umso aufregender war es, eben dieses Musical live am Broadway miterleben zu dürfen. Die Impressionen und Ohrwürmer daraus gingen uns die ganze Woche nicht mehr aus dem Sinn, beinahe immer und überall hörte man jemanden einen Teil daraus fröhlich vor sich hinpfeifen. Vor allem den männlichen Mitgliedern des Orchesters dürften sicherlich auch die beiden Konzerte an der Cathedral Highschool, einer Mädchenschule in der noblen Upper Eastside, lange in Erinnerung bleiben. Vermutlich werden sie nie wieder so schrille Töne hören (nicht einmal von quietschenden Oboen) und nie wieder so viele Verehrerinnen auf einem Haufen finden, wie dort. Deutlich angenehmer war da dann doch das unangemeldete Konzert auf dem Times Square. Um nicht schon vor den ersten Tönen weggeschickt zu werden, versuchten wir, möglichst unauffällig und in kleinen Gruppen dort anzukommen, und dann so schnell wie möglich aufzubauen und anzufangen. Dies muss ganz gut geklappt haben, denn es dauerte ganze vier Stücke, bis die ersten Polizisten auftauchten. Diese waren jedoch im Gegensatz zu ihren grimmigen Mienen äußerst kulant und erlaubten uns, weitere 10 Minuten zu spielen. Auch als wir auf Drängen des begeisterten Publikums danach noch eine Zugabe gaben, schritten sie nicht ein. Dieses Konzert werden wir sicherlich nie in unserem Leben vergessen!
Der eigentliche Grund der Reise, die Steubenparade, bildete fast schon wieder den Schluss unserer Tour. Am Samstag durften wir als erstes den Festgottesdienst in der St. Patrick´s Cathedral mitgestalten. Dort gelang es uns dank unserer hervorragenden Stapelkünste, mit vollem Klangkörper auf dem Platz für nur 30 Leute zu spielen. Von dort ging es über den Trump Tower zu unserem Aufstellungsort, wo die Vor- und Musizierfreude beinahe sekündlich stieg, so dass wir schon vor offiziellem Beginn einige unserer Lieblingsstücke auswendig zum Besten gaben. Die eigentliche Parade entlang der 5th Avenue verging dann trotz der hochsommerliche Temperaturen wie im Flug. Man konnte es fast gar nicht glauben, dass man so lange auf etwas hin gefiebert und hingearbeitet hatte, was dann so schnell rum sein sollte.
Bevor wir uns endgültig aus Big Apple verabschieden mussten, stand jedoch noch eine musikalische und kulturelle Horizonterweiterung auf dem Programm. In Harlem besuchten wir einen baptistischen Gottesdienst mit live gesungener Gospelmusik. Auch wenn der Besuch sehr interessant war, sind wir uns danach doch einig gewesen, dass uns einfach der kulturelle Background fehlt, um wirklich dort reinzufinden.
Die Fahrt zum Flughafen ist den meisten von uns sicher nicht leicht gefallen, da die Woche mit so vielen tollen Erlebnissen gespickt war, bei denen wirklich jeder sein eigenes Highlight finden konnte.

Ein Gedanke zu „New York Reise“

  1. Stefan Eder

    Wir waren als „Eltern Begleitung“ mit dabei – kann nur sagen Super G….. Was hier vom Orchester und seinem Dirigenten dargeboten wurde ist Spitze gewesen. Die gesamte Truppe vom Jüngsten bis hin zu allen mitreisenden Eltern war einfach Spitze. Einige Ehemalige waren als „Verstärkung“ ebenfalls mit dabei – was ja wohl zeigt welcher Zusammenhalt in diesem Orchester herrscht
    Lieber Hans Günter,
    liebe Musiker,
    wir haben die Woche New York genossen, die Zeit mit euch allen war traumhaft – der Kontakt mit den anderen Eltern super.
    Das was ihr hier auf die Beine gestellt habt kann sich sehen lassen und sucht seines gleichen.
    Marion und Stefan Eder

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