Aus dem vollem Lauf eine Corona-Vollbremsung

Rückblick auf ein musikalisch leider sparsames SBO-Jahr

Hier kommt der Jahresbericht des Schülerblasorchesters! Genau genommen ist es nur ein Halbjahresbericht, denn zum einen ist jetzt kurz vor Redaktionsschluss (Anfang Mai) erst gut die Hälfte des Schuljahres rum (was immer so ist), zum anderen ist angesichts des Corona-Jahres aber mehr als fraglich, was im Rest des Schuljahres überhaupt noch los sein wird (was noch nie so war). Insofern hab ich mir gedacht, den Jahresbericht diesmal folgendermaßen zu gliedern: Teil 1 mit einer Rückschau auf das Schuljahr 18/19, zumindest auf das, was angesichts des frühen Redaktionsschlusses im vergangenen Bericht noch nicht ausreichend gewürdigt wurde, Teil 2 mit einem Bericht, was sich im Schuljahr 19/20 bis zu unseren letzten Probe vor dem Shutdown am 10. März 2020 ereignete und Teil 3 mit einem Ausblick auf das, was wir eigentlich noch in diesem Schuljahr geplant hätten – beziehungsweise was wir vielleicht noch spielen dürfen.

Teil 1 – Hochsommerliches Finale in Landsberg

Im vergangenen Sommer durften wir – wie auch in den Jahren vorher – den Firmgottesdienst für die Sechstklässler musikalisch gestalten. Gute Gelegenheit, unser Kirchenrepertoire, zum Beispiel „Halleluja“ oder das „Ave Maria“, aufzufrischen. Mit einer Brezn gestärkt haben wir den Besuchern beim Stehempfang am Kirchenvorplatz den Marsch (oder mehrere) geblasen. Ähnliches Prozedere beim Abiturgottesdienst, der etwas später stattfand. Aller guten Dinge sind drei, denn auch der dritte Gottesdienst gehört mittlerweile zum festen Programmpunkt in einem SBO-Jahr: Die Messe im Rahmen der Ulrichswoche in der Ulrichsbasilika in Augsburg. Zelebrant war der damalige Bischofsvikar und heutige Bischof Bertram Meier – dem wir schon mal einen hoffentlich bleibenden Eindruck unseres Könnens gaben. Die Trauer über den verpassten Schultag  haben wir dann mit dem traditionellen Besuch im Eiscafé Euringer kompensiert. Stimmungsvoller Höhepunkt des Musikerjahres dürfte für die meisten die Serenade zum Ruethenfest in Landsberg gewesen sein. Inmitten eines unüberschaubaren Publikums-Meeres auf dem großen Hauptplatz, spielten wir (diesmal ganz elegant in schwarz) mit der Stadtjugendkapelle Landsberg ein legendäres Konzert. Den angesichts des traumhaften Sommerabends bestens gelaunten Zuhörern hat’s gefallen – und ehrlich gesagt auch für uns war es ungemein motivierend. Der Abschlussgottesdienst, der diesmal unter freiem Himmel stattgefunden hat, beendete das musikalische Schuljahr.

Teil 2 – Was im ersten Halbjahr los war

Aber jetzt der eigentliche Bericht über das soeben zu Ende gegangene Schuljahr. Es begann wie immer mit der Probenwoche, diesmal wieder ohne Unterbrechung in der bekannten JUFA in Kempten. Die musikalische Vorbereitung auf das Adventskonzert bescherte uns neue Musikstücke wie „Hymn of the Highlands“. Aber sind wir doch mal ehrlich: das wahre Highlight ist (nach dem langen Probentag) das Schwimmbad Cambomare, in dem wir sogar freien Eintritt haben.

Beim Adventskonzert konnten wir dann beweisen, dass wir aber nicht nur im Schwimmbad rumgehangen sind, sondern auch geprobt haben. Lieder wie „Sleigh Ride“ oder auch „Sarabande“  klangen durch den ziemlich gut gefüllten Festsaal. Doch dieser 1. Dezember war dann für eine ungewohnt lange Zeit der letzte, öffentliche Konzerttermin…

Teil 3 – Absagen über Absagen und was wir (hoffentlich) noch spielen / gespielt haben

Die Presse-Einladungen waren schon verschickt wir befanden uns gerade in der Hauptprobe vier Tage vor dem Jahreskonzert. Unsere Geschäftsführerin Maria Schlemmer kam etwas aufgelöst herein, um uns mitzuteilen, dass die beiden Konzerte nicht stattfinden dürfen. Ungläubige Stille. Alle Diskussionen halfen nichts. Abbruch der Probe und trauriges Einpacken der Instrumente. Wenn wir eine Woche früher dran gewesen wären, hätten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser noch mit den beiden Konzerten erfreuen können. Die Absage, die auch die öffentliche Probe bei der Neuaufnahme einen Tag vorher betraf, war für uns sehr bedauerlich. Die Premiere der „Bayerischen Posaunenpolka“ (mit Posaunensolo) oder den für Klarinetten geschriebene „Wild Cat Blues“ holen wir aber bestimmt nach!

Abgesagt wurde auch die Gedenkfeier zur Befreiung des KZ- Außenlagers Weingut II im Bunker der Iglinger Welfenkaserne, die anlässlich des 75. Jahrestages diesmal mit hoher Prominenz hätte stattfinden sollen. Ebenso abgesagt das Wertungsspiel beim 49. Lech-Ammersee Bezirksmusikfest in Lengenfeld , bei dem wir unser Höchststufenniveau mal wieder unter Beweis stellen wollten. Im nächsten Jahresbericht werden wir dann wohl von zwei Firmungen berichten können, nachdem die diesjährige auf das kommende Schuljahr verschoben wurde.

Was kommt/kam vielleicht noch? Einen Dankgottesdienst der Abiturientinnen und Abiturienten wird’s wohl geben – aber mit unserer Begleitung??? Über die Ulrichswoche (und unsere Beteiligung) gab es bei Redaktionsschluss noch keine Entscheidung.

Hoffnung besteht auch noch für unseren allerersten Frühschoppen-Auftritt bei den benediktinischen Mitbrüdern im Biergarten des Klosters Andechs. Zumindest für einen Teil, denn vollbesetzt dürfen wir aus Platzgründen dort leider nicht auflaufen.

Wie Sie sehen, hatten wir dieses Schuljahr viel vor…. Stand heute (bei Redaktionsschluss) hoffen wir, dass wir bald den Probenbetrieb wieder aufnehmen dürfen (zur Not schneiden wir ein Loch in unseren Mundschutz 😉 ) und wir schnell wieder unser altes Niveau erreichen. Auch die beiden Arme unseres Dirigenten Hans-Günther Schwanzer zucken jeden Dienstag um 13.30 Uhr. Aber das Wichtigste ist, dass wir uns nach dieser Zwangspause die Freude am Musizieren nicht nehmen lassen – versprochen!

Elena Kronenbitter

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